Kategorie-Archiv: natur & wildnis

Wir übergeben das Denken für ein paar Stunden dem Wind

Natur Irland

“Mit einem Kopf voller sorgenvoller Gedanken zur Rettung der Welt packe ich den Rucksack und mache mich mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter auf den Weg in die Berge vor unserer Haustür. Wir gehen bergauf. Ziel ist der Hungry Hill, auch Angry Hill, Ccoc Daod, Berg der zwei Götter,  in Irlands Südwesten. Wir setzen Fuß vor Fuß. Schritt für Schritt lassen wir die Sorgen des Alltags hinter uns, bald bewegen wir uns oberhalb der Sorgengrenze — gehen gegen starken Wind, atmen die atlantische Luft, steigen über Felsplatten und versinken knöchteltief im Moor, erreichen schließlich die ersten Schneefelder unterhalb des Doppelgipfels dieses mächtigen Sandsteinfelsens. Der Körper arbeitet schwer, doch das Sein ist jetzt leicht. Wir sind Teil dieser Natur und ergeben uns, übergeben das Denken, das Sorgen, das Planen und Wollen einfach für ein paar Stunden dem Wind.”

Lesenswert: Das Verhältnis von Natur und Mensch

http://www.irlandnews.com/irischer-sonntag-wir-retten-die-welt-und-uns/

 

in der natur sein & sich unsichtbar machen

Hinterlasse keine Spurenwenn wir in der natur unterwegs sind, machen wir uns nahezu unsichtbar. wir hinterlassen kaum spuren. es soll so aussehen, als wären wir gar nicht hier gewesen, wir nehmen nur unsere erinnerungen mit. 

“leave no trace – hinterlasse keine spuren”. der verhaltenskodex für ausflüge in die natur  formuliert die sieben prinzipien der natürlichen rücksichtnahme.

1) plane voraus und sei vorbereitet: wer schlecht vorbereitet ist, neigt dazu, in unvorhergesehenen situationen sich selbst und seine umwelt in gefahr zu bringen. gute vorbereitung bedeutet weniger einfluss auf die natur und andere. mache dich mit den regeln und den besonderheiten der region vertraut.

2) wandere und campiere auf belastbarem untergrund: natur wird hauptsächlich zerstört, wenn oberflächliche vegetation oder kleinstlebewesen niedergetrampelt werden, sodass sie sich nicht mehr erholen können. dadurch entstehen öde und karge landschaften, die der erosion schutzlos ausgeliefert sind.

3) entsorge müll richtig: alles, was du in die natur hineinträgst, bringe auch wieder hinaus und nimm, wenn es sein muss, auch den müll von vorgängern mit. müll ist nicht nur ein störfaktor für wanderer und naturliebhaber, sondern ein großes problem für die natur.

4) lass alles wie es ist: verändere nichts, lass alles so, wie du es vorgefunden hast und nimm nichts mit. errichte keine gräben um zelte oder feuerstellen, schlage keine nägel in bäume und pflücke keine blumen.

5) halte den einfluss durch feuer gering: durch zu viele und zu große feuer wurden viele landstriche so beschädigt, dass die natur lange zeit braucht, um sich von diesen einflüssen zu erholen. mache nur ein kleines feuer und versuche, bereits vorhandene feuerstellen zu nutzen. verzichte bei trockenheit oder waldbrandgefahr ganz auf offenes feuer.

6) respektiere die natur: halte deinen einfluss auf die natur und das ökosystem so gering wie möglich.

7) gehe rücksichtsvoll mit anderen besuchern um: beachte die „wanderer-etikette“ und bewege dich so ruhig es geht, um auch anderen wanderern die möglichkeit zu geben, ungestörte natur zu erleben. sei höflich und hilfsbereit, wenn du anderen wanderern begegnest.

mehr informationen (nur in englisch): www.lnt.org